Der heutige Tag steht ganz im Zeichen vom Offroad. Wir haben heute Wiesen-, Wald-, Schotter- und Sandwege bestritten und wurden fast immer am Ende mit wunderbaren Naturschauspielen beglückt.
Begonnen haben wir - noch ohne Offroadphase - mit einem kurzen Besuch bei einem Freilichtmuseum, in dem man sehen kann, wie wie man früher gelebt hat.
Kurz danach fanden wir durch Zufall eine alte verlassene Phosphormine. Hierzu sind wir mit unseren Motorradkombis einen Hang hinauf geklettert. Eigentlich haben wir einen Blick von der Steilküste gesucht. Auf der weiteren Suche danach fuhren wir über einen Wiesenweg, an dessen Ende wir aber auch keinen besseren Blick auf das Meer erhaschen konnten.
Nächster Halt was der Jägala-Wasserfall. Dank Markos Google-Navi haben wir nicht den Touri-Haltepunkt, sondern einen abseits und unterhalb des Wasserfalls. Ein schönes Fleckcen Erde. Ein Stückchen weiter gibt es noch eine Hängebrücke über den Jägala, die wir gleich als nächstes aufgesucht haben. Auch ein sehr empfehlenswerter Ort. Hier läuft man wie direkt auf dem Fluss und hat dazu noch einen wundervollen Blick auf den Fluss und die Landaschaft. Wie auch überall sonst findet man an der mit Drahtseilen gespannten Brücke mit Holztritten Schlösser von Verliebten und Verheirateten.
Bei Kiiu wurden wir von einer mehrere Kilometer von einer Strassenbaustelle überrascht. Dies wurde dann unsere Schotterpiste. Zum Glück war da dann irgendwann ein Radweg, der schon fertig war, den wir dann nutzten. Nur die Überfahrten über die noch nicht fertigen Seitenstraßen wurden Marko einmal ein wenig zum Verhängnis-na ein Superbike ist eben keine Adventure.
Die Suche nach einem Kaffee oder einem Imbiss gestaltete sich heute etwas schwieriger als sonst. Mehrere Versuche scheiterten an geschlossen Lokalen.
Majakivi ist ein über 500 Kubikmeter großer Findling in der Nähe von Tarpula. Um zu diesem zu gelangen mussten wir ca. 3 Kilometer durch den Wald fahren und dann noch ca. 1 Kilometer durch einen Sumpf auf einen mit Brettern gepflasterten Weg wandern. Zuvor haben wir noch unsere Essensreserven - ein ca. 8cm langes Stück Salami, ein Müsliriegel und eine angefangene Tüte Erdnüsse - als Mittag zu uns genommenen. Dort angekommen, könnten wir den Klotz über eine Angestellte Holzleiter erklimmen. Dann ging es noch weiter mit den Maschinen durch den Wald, bis wir wieder Bitumen unter den Reifen hatten.
Als wir zum nächsten geplanten Haltepunkt - eine U-Boot-Entmagnetisierungsanlage - kamen, wurden wir von bewaffneten Soldaten angehalten und gefragt, wir wir hinwollen. Marko hat sich in englisch verständigt. Die Soldaten waren soweit ganz nett und wir durften an das Ufer aber keine Fotos in Richtung Soldatencamp machen.
Auf dem Weg nach Toila kamen wir dann geplanter Weise an einer Ruine eines Ordensklosters vorbei. Die Ruine stand in einer wunderschönen Landschaft direkt am Meer. Hunderte von Gänsen und Schwänen befanden sich in einer Bucht neben an und ein altes Schiffswrack aus Holz lag neben der Ruine.
Der letzte Punkt vor Toila war der Valaste-Wasserfall an der Steilküste. Leider war hier der Abstieg beschädigt und somit geschlossen. Man hatte hier jedoch wieder einen schönen Ausblick auf das Meer. Eine Besonderheit gab es hier noch: Wo sonst immer wieder Schlösser von Verheirateten findet, gab es hier einen Motorkolben, der mit dem Pleuelstange an der Geländerstange befestigt wurde. Gegen 18:00 Uhr kamen wir im Spa-Hotel in Toila an, was ein wenig in die Jahre zu kommen zu sein scheint.
Wir trinken gerade noch einen Vana Tallinn, einem ziemlich leckeren estnischen 40%igen Likör und sind schon heute gespannt auf morgen. Der Versuch einen Timeslot an der Grenze zu Russland zu buchen, ist schon mal an der fehlenden 3D-Secure-Registrierung gescheitert, somit versuchen wir es morgen direkt vor Ort.
Fakten |
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| Gesamt: | 2.630 km | ||
| von: | Tallinn | Strecke: | 239 km |
| nach: | Toila | Fahrzeit: | 04:13 h |
| Wetter: | bewölkt, 14 bis 18 Grad schwankend |