Der Tag begann mit einem Werkstattbesuch. Wir haben gestern bei Marko festgestellt, dass die Kette sehr locker war und gespannt werden musste.
Leider ließ sich die Achsmutter nicht lösen, daher ab in die Werkstatt zum Kettespannen. In der Werkstatt haben sie sich auch gleich rangemacht und der Weihnachtsmann im Schlosseranzug wollte noch nicht mal was dafür. Marko gab was für die Kaffeekasse. Nach einer Ziegarettenpause ging es nochmal zum Tanken, bevor der Sprit wieder knapp wird. Da kam ein Pole voll bepackt auf einer GS Adventture wie mein Motorrad zum Tanken. Er kam gerade vom Nordkap. Er meinte auch bloß noch: Nur kalt, ich freue mich auf zu hause. Ich will nach hause.
Der nächste Halt war nach 130 Kilometern wieder eine Tankstelle, wo es diesmal auch Koti-Pizza gab, eine Pizzakette, die uns in Finnland immer wieder begegnet. Sonst gab es bis auf ein paar Rentiere und vereinzelten Häusern nichts unterwegs.
Als ich an einer sumpfigen Landschaft anhalten wollte um zu fotografieren, merkte ich schon beim ausziehen der Thermohandschuhe wie eisig der Wind war, so sehr, dass gefühlt in Sekunden meine Fingerspitzen frohren, obwohl es so an die 4 Grad waren. Nach ein, zwei Fotos kam dann noch der Graupel oder Eisregen dazu. Die Körner schossen einem nur so ins Gesicht. Man konnte nur noch schnell den Helm zu machen, um sich davor zu schützen. Inzwischen kam auch Marko dazu und wollte ebenfalls Fotos machen, mit Helm und geschlossenem Visier. Es wurde mit einem mal so stürmisch, dass wir uns nur noch zum Motorrad gehen, uns die Handschuhe wieder anziehen und weiter fahren konnten. Auf einem mal stand ein prächtiges Rentier mit einem ebenso prächtigem Geweih am Straßenrand und verschwand langsam im Wald, als wir langsam an ihm vorbeifuhren. Kurz danach bot sich mir endlich die Gelegenheit die Tiere von Nahen zu fotografieren. Sie ließen sich zwar nicht streicheln, aber ich arbeite daran. Seltsamer Weise war an dieser Stelle so gut wie kein Wind. Aber kaum führen wir weiter ging es wieder los. Wind und Schneegestöber. Die Temperatur sank bereits auf 2 Grad.Der Schnee setzte sich bei mir an der Windschutzscheibe fest, bei Marko an den Gurten seines Rucksacks.
Wir nutzten die nächste Tankstelle als Gelegenheit uns aufzuwärmen bei mittlerweile einem Grad. Wir aßen noch was und beschlossen bis zu unserer gebuchten Hütte durchzufahren. Es ging nochmal ein Stück bergauf. Es waren kaum noch Bäume da. Wir hatten eine schneeweiße Landschaft vor und neben uns. Erst als es bergab ging wurde es wieder wärmer, so um die 3 Grad. Dann endlich gegen 18:00 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz, wärmten uns in der Hütte auf und gingen Einkaufen. Auf dem Rückweg begegnete uns eine kleine Herde mit zehn Tieren auf der Straße. Das ist schon ein wenig eigenartig gewesen, scheint hier aber normal zu sein.
Fakten |
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| von: | Rovaniemi | Strecke: | 326 km |
| nach: | Inari | Fahrzeit: | 03:51 h |
| Wetter: | Stark bewölkt, 1 bis 4 Grad, Schnee, böig, windig | Gesamt: |
5.026 km 73:16 h |