Viel Trara um nix. Wir haben am Vorabend versucht einen sogenannten Timeslot an der Grenze zu Russland zu buchen, hat ja nicht geklappt. Als wir 9:15 Uhr ankamen, ging alles ziemlich schnell.
Reisepass, Fahrzeugpapiere beim ersten estnischen Beamten abgegeben und wir bekamen eine Quittung für die 2,50€ pro Bike für die Berechtigung eine Wartenummer zu bekommen. Diese Quittung beim zweiten Beamten abgegeben, erhielten wir dann unsere Wartenummern, durften aber sofort zur Grenze vorfahren, an den wartenden Pkw vorbei. Nun standen wir direkt an der estnischen Ausreisekontrolle an. Wieder Pass und Fahrzeugpapiere und wir hätten ausreisen dürfen, wären da nicht die wartenden Fahrzeuge auf russischer Grenze. Der Grenzbeamte könnte sogar ein wenig deutsch und hat uns das erklärt. Die Wartezeit dauerte aber nicht allzulang und wir durften auf die Grenzbrücke zwischen Estland und Russland. Von hier aus hatten wir eine herrliche Aussicht auf zwei riesige Burgen je auf der russischen und estnischen Seite, die jede ihre Nationalflagge hissten.
Langsam zogen Wolken auf, die uns ab und zu misstrauisch nach oben sehen ließen, aber es blieb bisher trocken. Dann ging es endlich an der nächsten Schranke vorbei. Eine russische Beamtin verlangte wieder mal unseren Pass und die Fahrzeugpapiere und übergab uns einen Stapel Papier und schickte uns zur nächsten Station. Dort standen wir wieder in einer Reihe anderer Pkw und wartenden nur kurz, bis ein freundlicher junger Beamter auf uns zu kam und uns in englisch zu verstehen gab, dass wir vorfahren und uns zwischen die Grenz- und Zollkontrolle stellen dürfen. Hier hat uns der nette Beamte erklärt wie wir die Papiere ausfüllen sollen und mit welchen wir dann zu wem gehen müssen. Also füllten wir zuerst die Migrationskarte aus und gingen zur Grenzkontrolle. Reisepass, Fahrzeugpapiere und Migrationskarte, dann bekamen wir den Einreisevermerk im Pass. Nun füllten wir die Zollerklärung aus, für die uns der nette Beamte eine deutsche Mustervorlage zeigte, an der wir uns orientieren konnten. Diese haben wir dann bei einer Zollbeamtin abgegeben, natürlich wieder mit Reisepass, Fahrzeugpapiere, Migrationskarte und Zollerklärung. Nachdem auch diese - wie die anderen Dokumente zuvor auch - abgestempelt wurden, konnte der nette Beamte jetzt unsere Fahrzeuge kontrollieren. Er fragte uns noch nach unserer Reiseroute und nun könnten wir in Russland einreisen. Es hatte inzwischen begonnen zu regnen. Wir haben uns dementsprechend gut angezogen, Handschuhe an und los. Bis zum nächsten Schlagbaum. Hier wollte man tatsächlich nochmal Reisepass, Fahrzeugpapiere und Migrationskarte sehen. Nun durften wir endlich nach Russland. Alles in allem hat es fast drei Stunden gedauert, allerdings muss man sagen, dass man uns als Motorradfahrer zuvorkommend und freundlich behandelt hat.
In Russland angekommen, haben wir uns auf die russische Burg am Grenzübergang begeben und hatten nun einen Blick auf die Grenzanage von oben. Leider hörte der Regen nicht auf. Wir suchten uns nun noch ein Restaurant und aßen eine Soljanka und machten uns nun auf den Weg nach St. Petersburg.
Die Straßen sind tatsächlich schlecht. Große tiefe Schlaglöcher, breite Risse in der Fahrbahn quer oder längs. Überall unebene Flicken. Dazu kam noch der Regen, der so manches Schlagloch auffüllte, was man dann deutlich zu spüren bekam, wenn man es getroffen hat. Hinzu kommen die drängenden Pkw oder SUV's, wenn man diesen allerdings Platz zum Überholen macht, bedanken sie sich freundlich mit der Warnblinkanlage. Spannend sind die Überholvorgänge von Tanklastern oder großen LKW, bei denen das ganze Wasser umhersprüht. Man sieht schon so nichts, dass man diese Fahrzeuge aber auch noch überholen kann, war uns unverständlich. Wir sind immer schön sachte mit gebürtigen Abstand hinter diesen Ungetümen hinterhergefahren. Es wurde also eine feuchte Slalomfahrt um die Schlaglöcher und immer mit einem wachsamen Blick in den Rückspiegel, ob man da Nicht wieder jemanden Platz machen kann.
In Peterhof machten wir kurz halt, um uns eine Palastanlage von ursprünglich Peter I. erbaut worden ist. Diese liegt ca. 30 Kilometer westlich von St. Petersburg.
Bei der Einfahrt von St. Petersburg begleiteten uns kilometerlang riesige Wohnblöcke. Sie schienen kein Ende zu nehmen. Hinzu kamen zu den oben genannten Strassenverhältnissen der massige Verkehr in St. Petersburg hinzu, gepaart mit der Lust der Fahrer, immer der erste zu sein. Das war schon stessig. Nun kamen auch noch die ziemlich stark abgesenkten Gullideckel dazu, wie man dringend umfahren musste. Weil dies nun noch nicht reichte, gönnten wir uns noch ein paar Baustellen, wo man, um die Fahrbahn zu wechseln, über bis zu ca. 10 cm hohe, scharfe Kanten fahren musste, wenn uns denn jemand reingelassen hatte, denn man müsste ja erst einmal nach rechts ausweichen um dann langsam die Kante hoch zu fahren. Wir könnten von Glück reden, dass es erst einmal aufgehört hat zu regnen.
Nach dem beziehen des Hotelzimmers mit etwas ungewöhnlichen Ausblick, gingen wir erst einmal in ein Restaurant in der Nähe Schaschlik essen.
Fakten |
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| von: | Toila | Strecke: | 210 km |
| nach: | St. Petersburg | Fahrzeit: | 03:50 h |
| Wetter: | bewölkt, in Russland Regen bis St. Petersburg, 12 bis 16 Grad schwankend | Gesarmt: |
2.840 km 43:48 h |