Wetterbedingte Herausforderungen und der Polarlreis, das, kurz gesagt, war unser heutiger Tag.
Heute morgen begann der Tag tatsächlich mit 1 Grad auf dem Thermometer, allerdings in Kombination mit dem eisigen Wind waren das gefühlte Minusgrade. Ohne Jacke das Motorrad startklar machen? Undenkbar! Beim Abschied vom Campingplatzbetreiber sagte uns dieser, dass es für die Zeit viel zu kalt sei und er in einigen Hütten kein Wasser reinbekommt, weil es gefroren ist
Schon beim Start war es gerade mal 2 bis 3 Grad und durchgängig eisig windig. Die nächste Tankstelle und ein heißer Kaffee waren ca. 80 Kilometer entfernt. Es gab nur ziemlich gerade Straßen und Hügel. Nach bereits 10 Kilometer ging bei Marko die Reservelampe an. Nun hieß es sachte fahren und hoffen dass der Sprit reicht. Er reichte! Der Kaffee war schön heiß.
auch heute hatten wir ein Ziel: Der Auttigöngäs-Wasserfall, der einen Höhenunterschied von 16 Metern überwindet. Dieser wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre für die Flößerei verwendet. Die in den Wasserfall gebaute Wasserriese ist heute ein kulturgeschichtliches Denkmal.
Der Weg zum nächsten Ziel, dem Weihnachtsmann, wurde durch neue Herausforderungen begleitet.Wir wurden immer wieder von starken Windböen erfasst, die jedesmal unkontrollierbar von allen Seiten kamen. Wenn man darauf vorbereitet ist und man sich darauf eingestellt hat, konnte man verhältnismäßig gut damit umgehen. Im übrigen sind jetzt die Seen ohne Eisdecke, obwohl wir dem Polarkreis näher kommen. Dann war es soweit. Der Polarkreis. Einige wenige Kilometer vor Rovaniemi sah man schon die Werbetafeln für Santa Claus. Dort wollten wir wieder einen Kaffee zum aufwärmen. Um zum Restaurant zu gelangen musste man an etlichen Verkaufsregalen mit übereinander gestapelten Rentieren, Weihnachtsmannmützen und anderem Kitsch vorbei. Marko wollte eigentlich ein Foto mit dem Weihnachtsmann am Polarkreis haben, der hatte heute aber schon Feierabend. Als wir unseren Kaffee tranken, kam der Kellner vorbei, mit dem Marko zuvor beim bezahlen des Kaffees gesprochen hatte, und erzählte uns, das dieses Jahr der kälteste Mai seit 1968 gewesen wäre. Na das ist doch mal was.
Rovaniemi so an sich ist nicht sonderlich sehenswert. Wir wir recherchiert haben, wurde die Stadt 1944 im Lapplandkrieg zu 90 Prozent durch deutsche Truppen zerstört. Als sehenswertes Bauwerk wird hier die Holzfällerbrücke genannt.
Fakten |
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| von: | Hossa | Strecke: | 276 km |
| nach: | Rovaniemi | Fahrzeit: | 03:43 h |
| Wetter: | Stark bewölkt, 1 bis 7 Grad, Schnee und Schneeregen | Gesamt: |
4.700 km 69:25 h |