Zu Beginn unserer Fahrt ging es nochmal über die große Brücke über den Saltstraumen, der gerade seine Ruhephase und somit das Wasser fast seinen Stillstand hatte, ganz im Gegensatz zu gestern Abend.
Noch schien die Sonne und die Straßenverhältnisse waren perfekt. In Ørnes hielten wir für einen Kaffee. Dort trafen wir drei schweizer Vesperfahrer, die auf 125er Maschinen von Helsinki zum Norkap und nun so ziemlich auf unserer Route bis Richtung Oslo. Die drei hatten auch schon mit den russischen Straßen ihre Erfahrungen gemacht. Wir tauschten noch kurz unsere Ziele ein wenig aus und dann ging es getrennt wieder weiter. Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen und ab und zu fiehlen ein paar Tropfen vom Himmel.
Jetzt ging es ab zum Storglomvatnet, einem Stausee. Auf dem Weg dorthin suchten wir eigentlich einen Aufstieg über eine Felsentreppe, über die man zu einer Hütte aufsteigen kann und wohl den schönsten Blick über Norwegen hat. Also ging es immer weiter nach oben durch einen Tunnel ohne Beleuchtung und gelangen zu einer Kreuzung, an der sich die Straße jeweils in eine andere Richtung zum selben Stausee. Der Weg nach rechts war allerdings zugeschneit, der andere war auch nicht so richtig offen. An dieser Stelle stand tatsächlich ein Camper mit einem norwegischen Pärchen, die wir zum Zustand der Straßen befragten. Die Straßen sind wohl bis kurz vor dem Stausee frei und dann müsse man noch ca. 400 Meter laufen. Also los. Es ging durch eine schneebedeckte Welt mit hohen Felswänden auf beiden Seiten wieder auf einen Tunnel zu. Dieser fuhr sich mit einem mal sehr seltsam und unsere Maschinen kamen ins schlingern. Alles klar, hier war aufgewühlter Schotterboden. Wenn man sich an den dunklen Tunnel gewöhnt hat, ging es so einiger Maßen. Dann kam allerdings auch noch Eis dazu, was vermutlich aus der Schneeschmelze entstanden ist. Als wir aus dem Tunnel kamen war dann auch Schluss. Die Straße warst Ketten gesichert. Also absteigen und wandern. Wir hatten jetzt Blick auf die Rückwand der Staumauer, die nur aus gestapelten Felssteinen zu bestehen schien. An einem Bach entlang sahen wir schon die Brücke, die zu Staudamm hinüberging, doch als wir ankamen, war die Enttäuschung groß.alles war noch zugeschneit. Kein rüberkommen. Na dann wieder zurück zu den Maschinen. Nun mussten wir wieder durch den vereisten Tunnel, diesmal abwärts. Es war sehr anstrengend aber als wir wieder herrauskamen war es einfach nur toll. Dann noch durch den zweiten Tunnel, der zwar genauso dunkel und die Fahrbahn auch mit Schlaglöchern übersäht war, und siehe da, fanden wir am Parkplatz nach dem Tunnel auch die Felsentreppe. Um diese zu erreichen musste man aber noch über eine Hängebrücke, die so an die 10 Meter über einem reißenden Strom hing. Die Treppe, die sehr steil nach oben ging, wollten wir dann aber ich mehr nutzen.
Danach kamen wir am in der Sonne türkis schimmernden Holandsfjord vorbei an den Fonnfjord. Von hier aus hatte man freien Blick auf u. a. eine große und eine kleine Gletscherzunge des Svartisen-Gletschers, dem zweitgrößten Gletscher Norwegens.
Spätestens hier haben wir festgestellt, dass es Sonntag ist und wir eigentlich noch Verpflegung für die nächste Unterkunft brauchten und alle Läden zu hatten. Auf der Fähre des heutigen Tages fragten wir den Fährmann, ob er noch eine Einkaufsmöglichkeit kenne. Der lachte nur und sagte, 'Heute ist Sonntag in Norwegen'. Als wir ihm erklärten, dass wir zuvor in Ørnes in einer Tankstelle gesehen hätten, dass dort Lebensmittel verkauft wurden, meinte er nur, das Ørnes eine große Stadt sein, na ja, alles ist relativ.
Es hatte nun tatsächlich nichts auf. In unserer Unterkunft trafen wir ein schweizer Pärchen, die das selbe Problem hatten. Jeder packte also seine letzten Reserven aus. Aber in der Unterkunft gab es auch noch Knäckebrot und wir hatten noch Butter und Belag.
Auf der sonnengefluteten Terasse mit Blick auf den Fjord genossen wir dann die in St. Petersburg gekauften Zigarren und zwei kleine Fläschchen Wisky, die wir uns eigentlich für das Nordkap gekauft hatten, aber aufgrund des schlechten Wetters dort noch immer bei uns hatten. Das war ein schöner Tagesabschluss und wir genossen die Ruhe.
Fakten |
|||
| von: | Saltstraumen | Strecke: | 192 km |
| nach: | Jektvika | Fahrzeit: | 02:42 h |
| Wetter: | sonnig, 16 bis 22 Grad | Gesamt: |
6.813 km 98:14 h |